Aktuelles

Festplatz in Martinroda in der Frühjahrskur

Marie und Leni beteiligten sich wie die anderen Schüler der Regelschule Geraberg am Freitag am Umwelttag der Schule. Sie putzen mit ihren Mitschülern den Festplatz und Spielplatz in Martinroda heraus. ...

13. April 2019 / 02:01 Uhr

Marie und Leni beteiligten sich wie die anderen Schüler der Regelschule Geraberg am Freitag am Umwelttag der Schule. Sie putzen mit ihren Mitschülern den Festplatz und Spielplatz in Martinroda heraus. Dabei halfen auch Mitarbeiter des Bauhofes. Die Kinder arbeiteten da, wo sie wohnen und waren damit über das gesamte Geratal verstreut. In Elgersburg gab es dann zur Belohnung eine Bratwurst.Foto: André Heß

Quelle: https://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/ilmenau/startseite/detail/-/specific/Festplatz-in-Martinroda-in-der-Fruehjahrskur-943932406TA / 13.04.19

Martinroda gemeindet Angelroda ein

Ihre Zukunft sehen die beiden Dörfer jedoch darin, Ortsteil von Ilmenau zu sein. Zwei Gemeinderätinnen plädieren heftig für eine Bürgerbefragung und ernten vor allem Unmut.

12. April 2019 / 02:50 Uhr
Auch diese Stute in Angelroda blickte noch nach Geschwenda. Aber sie hat keine Wahl, der Beschluss zur Eingemeindung Angelrodas nach Martinroda wurde mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme gefasst. Foto: Hans-Peter Stadermann

Auch diese Stute in Angelroda blickte noch nach Geschwenda. Aber sie hat keine Wahl, der Beschluss zur Eingemeindung Angelrodas nach Martinroda wurde mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme gefasst. Foto: Hans-Peter Stadermann

Martinroda. Die öffentliche Sitzung des Martinrodaer Gemeinderates am Mittwochabend hatte das Zeug dazu, in einem Eklat zu enden und auf längere Sicht die Zukunft von Angelroda und Martinroda zu verbauen.

Ihre ferne Zukunft sehen beide Dörfer darin, als Ortsteil von Ilmenau aufgenommen zu werden. Die Gegenwart jedoch lässt dies noch nicht zu. Das ist aus gemeinsamen Gesprächen der Bürgermeister von Elgersburg , Martinroda , Angelroda und VG- Chef Frank Geißler mit dem Ilmenauer Oberbürgermeister und der Bürgermeisterin sowie aus dem Antwortbrief von Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) an die Gerataler Gesprächspartner zu entnehmen. Schultheiß stellte im Ergebnis eigener Absprachen klar, dass der Zeitpunkt einer Eingemeindung kommen wird, nur nicht wunschgemäß jetzt. Es werde komplexe Lösungen geben, worin die VG Geratal/ Plaue , aber auch Arnstadt eingebunden werden müssten. Martinrodas Bürgermeister Günther Hedwig (parteilos) zitierte aus diesem Brief und stellte den Sachverhalt im zeitlichen Kontext dar. Dieser steht in unmittelbarer Beziehung mit dem am Versammlungsabend vom Gemeinderat zu fassenden Vertrags- und Eingemeindungsbeschluss zwischen Angelroda und Martinroda und dessen Weitergabe nach Erfurt , um im Zuge der Gebietsreform im Herbst 2019, also in allerletzter Minute, Gesetzeskraft erlangen zu können. Die Angelrodaer Gemeinderäte hatten mit Bürgermeister Udo Lämmer (CDU) diese beiden Beschlüsse bereits einstimmig gefasst mit dem Zusatz, „keine Ortsteilverfassung“ und somit auch keinen Ortsteilbürgermeister haben zu wollen und zu brauchen.

Das Ende der vorläufigen Haushaltsführung für Angelroda

Angelroda gibt seine Selbstständigkeit mit der Eingemeindung auf, wohl wissend, dass fürs Dorf alle anderen Optionen perspektivlos sind. Für Angelroda und auch für Martinroda bringt die Eingemeindung Gewinn, was in der Argumentation und Diskussion des Für und Wider und durch Wortmeldungen der Angelrodaer Gemeinderäte, nebst VG- Chef Geißler , mit Zahlen belegt wurde. Das eingemeindete Angelroda komme so aus der Misere vorläufiger Haushaltsführung heraus. Der Ort stehe baulich gesehen super da, ohne Investitionsbedarf auf lange Zeit. Martinrodas Einwohnerzahl wächst auf über 1000, was ein Mehr an Schlüsselzuweisungen vom Land und zusätzlich eine Viertelmillion Euro „Eingemeindungsprämie“ zur Folge habe.

Zwei Gemeinderätinnen brachten in der Diskussion über die Beschlussvorlagen zur Eingemeindung aus vermutlicher Unkenntnis demokratischer Gepflogenheiten, die ihnen Bürgermeister Hedwig zu vermitteln versuchte, das Fass zum Überlaufen. Letztendlich ging es ihnen nur noch darum, dass in Martinroda vorher, ehe der Gemeinderat sich eine Meinung gebildet hat, eine Art Bürgerbefragung stattzufinden habe. In ihrer Verbalattacke verließen beide den Boden von Sachlichkeit und bedienten sich teilweise der Fäkalsprache. Sachlich fundiert argumentierten die Angelrodaer Gemeinderäte. Auch Bürgermeister Hedwig reagierte dämpfend und emotionslos. Gemeinderat Andreas Hergert beendete mit seinem Vorschlag zur Abstimmung das unwürdige Debakel. Der Beschluss zur Eingemeindung Angelrodas wurde mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme gefasst. Der Vertragsbeschluss bekam sechs Ja-Stimmen bei einer Stimmenthaltung.

Quelle: https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Martinroda-gemeindet-Angelroda-ein-1934006071Karl-Heinz Veit / 12.04.19

 

Elf Beschlüsse für Geratal/Plaue einstimmig gefasst

04. April 2019 / 02:01 Uhr

Ilm-Kreis. Die erste Versammlung der Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung der neu gebildeten „Verwaltungsgemeinschaft Geratal/Plaue“ in Plaue am Dienstagabend war gleichsam eine Referenz an die Stadt. VG-Vorsitzender Frank Geißler (CDU) hatte in Abstimmung mit Bürgermeister Jörg Thamm (CDU) diesen Versammlungsort im Feuerwehrgerätehaus Plaue für die Beratung der 12 Gemeinschaftsmitglieder aus Elgersburg , Martinroda , Neusiß und Plaue gewählt.

Geißler stellte der Beratung von 15 Tagesordnungspunkten ein Begrüßungswort voran, welches auch an die Gäste aus der Verwaltung und die Stadt-, Ortschafts- und Gemeinderäte gerichtet war. Er würdigte die angenehme und konstruktive Atmosphäre gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Zugang von Plaue in die Verwaltungsgemeinschaft und dem Abgang Gerabergs aus der einstmaligen Verwaltungsgemeinschaft Geratal.

„Wir haben uns gut zusammengefunden, zügig an unseren nicht wenigen Aufgaben gearbeitet. Streit und Missgunst untereinander gibt es seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr“, resümierte er.

In einer Präsentation stellte Geißler dann der Versammlung die wichtigsten Arbeitsdokumente der VG vor, lud zur Diskussion ein und ließ über die Beschlüsse der Haushaltsdokumente 2019, Hauptsatzung, Zweckvereinbarungen, Benutzungs- und Gebührenordnungen abstimmen. Der neue Gemeinschaftsgeist von einträchtiger Zusammenarbeit zeigte sich in der Einstimmigkeit aller elf gefassten Beschlüsse, die fortan das Verwaltungsgeschehen in der VG regeln.

Die 4593 Einwohner zählende VG „Geratal/ Plaue“ hat für dieses Jahr im Verwaltungshaushalt 3.142.000 Euro und im Vermögenshaushalt 71.050 Euro zur Verfügung. Die VG-Umlage für die Mitgliedsgemeinden beträgt 120 Euro pro Einwohner. Das entspricht nahezu dem Betrag, der 2017 gezahlt wurde (119,32 Euro). Die Personalkosten für elf Verwaltungsangestellte plus Jugendpfleger, das ist eine Person weniger als bisher bei gleicher Aufgabenfülle, betragen 655.400 Euro. Für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand stehen 142.100 Euro zur Verfügung.

Insgesamt arbeite die Verwaltung durch den Zusammenschluss mit Plaue kostengünstiger als bisher. Die Einsparungen durch die Zweckvereinbarungen der Mitgliedsgemeinden zum Bauhof und zu den Kindergärten betragen 23.641 Euro. In gemeinsamer Beratung mit den Elternbeiräten aller Kindergärten und der 35 Erzieherinnen wurden die Kindergartenbeiträge festgelegt. Für das erste Kind werden 114 Euro gezahlt, für das 2. Geschwisterkind 86 Euro und das 3. Kind 57 Euro. Die Beiträge decken 42 Prozent der Gesamtkosten von 1.632.500 Euro. Alle in der eine gute Stunde dauernden Versammlung beschlossenen Dokumente werden nach Genehmigung im Amtsblatt veröffentlicht.

Quelle: https://arnstadt.thueringer-allgemeine.de/web/arnstadt/startseite/detail/-/specific/Elf-Beschluesse-fuer-Geratal-Plaue-einstimmig-gefasst-798096214/Karl-Heinz Veit / 04.04.19

 

Angelroda will zu Martinroda und Martinroda nach Ilmenau

Gebietsreform Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Geratal steht am Horizont, aber keiner will nach Gräfenroda

27. Februar 2019 / 02:29 Uhr
Die Diskussion um die Auflösung der VG Geratal geht weiter. Plaue tendiert nach Arnstadt, Martinroda nach Ilmenau. Foto: André Heß

Die Diskussion um die Auflösung der VG Geratal geht weiter. Plaue tendiert nach Arnstadt, Martinroda nach Ilmenau. Foto: André Heß

Ilm-Kreis. Seit Januar hat auch für das Geratal die zweite Stufe der Gebietreform gezündet. Die Verwaltungsgemeinschaft Gertal ist um Plaue reicher und um Geraberg ärmer geworden, das nun der neuen Landgemeinde Geratal angehört. Dass das noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, zeigen die aktuellen Bestrebungen von Angelroda , so schnell wie möglich von Martinroda aufgenommen zu werden. Der Gemeinderat Angelroda hat hierzu am Freitag bereits einen Eingliederungsvertrag beschlossen, den die Martinrodaer Gemeinderäte nicht einmal vorher gesehen hatten.

Das war auch Thema im Gemeinderat Matrinroda am Montag im Dorfgemeinschaftshaus. Gemeinderätin Babett Morgenbrod wunderte sich über diesen Ablauf, Bürgermeister Günther Hedwig (parteilos) beruhigte: „Es geht nicht ohne uns und das Land“, sagte er, und verteilte den Vertragsentwurf der Angelrodaer an die Gemeinderäte zum Studium. Frühestens mit der 3. Eingliederungsphase, Januar 2020, könnte eine Eingliederung von Angelroda nach Martinroda möglich werden, sagte VG-Vorsitzender Frank Geißler (CDU). Allerdings seien hierfür die regulären Fristen für die Einreichung des Begehrens auf Ministerien-Ebene bereits abgelaufen. Man könne es jetzt nur noch über die Landtagsfraktionen probieren.

Doch da ist noch so eine Sache, die der Klärung bedarf. Martinroda möchte schon immer nach Ilmenau eingemeindet werden, das würden die Angelrodaer auch mitmachen, obwohl es auch einige gegenteilige Auffassungen im Ort geben soll.

Stadtchef soll kein Tribunal vermuten

Allerdings weigere sich Ilmenau zurzeit, den Martinrodaern eine ernsthafte Offerte zu machen. Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) soll Geißler gegenüber bereits angedeutet haben, dass es eine Übernahme von Martinroda in den nächsten drei Jahren nicht geben würde. Aber das reicht einigen Martinrodaer Gemeinderäten nicht. Sie wollen den Ilmenauer OB im März nach Martinroda einladen, um von ihm eine Willensbekundung zu erhalten, um etwas Schriftliches für die Zukunft in der Hand zu haben. Schließlich habe man schon seit 12 Jahren die gleiche Postleitzahl und Telefonvorwahl wie Ilmenau , sagte eine Bürgerin.

Davon riet VG-Chef Geißler jedoch dringend ab. Er sprach im Zusammenhang mit der Einladung von „vors Tribunal stellen“, man werde so auch keinen konkreten Eingliederungstermin von Ilmenau bekommen.

Doch die Gemeinderäte in Martinroda befürchten, dass Plaue irgendwann doch noch nach Arnstadt die Kurve kratzt, und damit die Verwaltungsgemeinschaft wegen zu wenig Einwohnern aufgelöst werde und Martinroda der Landgemeinde Geratal zwangszugeordnet wird. „Nichts Hinterfotziges darf passieren!“, hieß es. „Die Zeit der Geheimhaltung und Intrigen im Geratal ist vorbei“, sagte Geißler . Man habe sich bereits mit den Bürgermeistern von Plaue und Ilmenau verständigt, dass man nur gemeinsam die Verwaltungsgemeinschaft Geratal in deren Richtungen verlassen werde. Man müsse nur noch einen gemeinsamen Zeitpunkt hierfür finden. Auf keinen Fall wolle man Martinroda nach Gräfenroda schicken lassen.

Bürgermeister Hedwig betonte, ein Verfechter der Selbstständigkeit zu sein. „Wir können jederzeit, wenn ein Furz der Quere geht, immer sagen, wir machen das nicht“, fasste er die Eingliederungsbestrebungen von Angelroda zusammen. Es werde dann nur einen Gemeinderat Martinroda geben. Dass Angelroda einen eigenen Ortschaftsrat bildet, mit diesem Vorhaben wurde Angelrodas Bürgermeister Udo Lämmer (CDU) von den Ortschaftsräten überstimmt. Das war auch im Sinne von Hedwig . „Dann sind wir ein Gebilde Martinroda“, sagte er. Er wolle möglichst auch noch die Dorferneuerungsprojekte, wie Anbau Kindergarten und Straßenbau in diesem Jahr sowie Sanierung Bahnhofsgebäude im nächsten Jahr über die Bühne bringen.

Nachdem sich die Gemeinderäte mit dem Eingliederungsvertrag von Angelroda beschäftigt haben, soll es auch noch eine Einwohnerversammlung zum Thema geben. Ungeachtet dessen gab Geißler die Arbeitsweise aus: „Wir brauchen jetzt ein Multitasking.“

Quelle: https://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/ilmenau/startseite/detail/-/specific/Angelroda-will-zu-Martinroda-und-Martinroda-nach-Ilmenau-69476379André Heß / 27.02.19

Angelroda will nach Martinroda

25. Februar 2019 / 01:01 Uhr

Angelroda. Die Gemeinde Angelroda will sich von Martinroda eingemeinden lassen. Grund dafür ist eine seit zwei Jahren andauernde finanzielle Schieflage. Das Dorf befindet sich in der Haushaltssicherung und kann deswegen nichts investieren. Martinroda dagegen steht solide da, lautete die Einschätzung von Frank Geißler (CDU), Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Geratal.

Einstimmig beschloss am Freitagabend der Gemeinderat von Angelroda die Auflösung der Kommune und den Anschluss an Martinroda . Dort werden sich die Kommunalpolitiker demnächst mit dem Thema beschäftigen, allerdings wurde im Vorfeld bereits ein gemeinsamer Vertrag ausgehandelt. „Wir haben schon immer gut mit Martinroda zusammengearbeitet“, sagte Bürgermeister Udo Lämmer (CDU).

Unterschiedliche Sichtweisen gibt es aber zu einem Ortschaftsrat und dem Amt des Ortsteilbürgermeisters. Während die Gemeinderäte keinen Sinn darin sehen, nach der Eingemeindung für den Ortsteil ein eigenes Gremium aufzustellen, hält Lämmer einen Verzicht für keine gute Idee.

Einwohnerversammlung angekündigt

Nur mit einem Ortsteilrat und einem Ortsteilbürgermeister könnten die Interessen von Angelroda auch in einer kommunalen Ehe gewahrt werden. Doch das erntete Widerspruch in den Reihen der Kommunalpolitiker. Viel sinnvoller sei es doch, sich nach der Eingemeindung für den Gemeinderat in Martinroda zu bewerben, sagte Sascha Thäsler ( CDU/offene Liste). Denn nur dort werden dann auch die Entscheidungen getroffen – während ein Ortsteilrat lediglich Empfehlungen aussprechen kann. Gleichzeitig Gemeinderat in Martinroda und ein Ortschaftsrat in Angelroda zu sein, das schließe sich allerdings aus, erklärte Thäsler .

In einer Stadt wie Ilmenau mit knapp 40.000 Einwohnern und mehreren Ortsteilen sei es sicher wichtig, eine eigene Interessenvertretung zu haben, fand Frank Geißler . Denn dass ein kleiner Ortsteil mit 400 Einwohnern ein eigenes Stadtratsmitglied entsendet, sei eher unwahrscheinlich. Hingegen wäre es mit Blick auf den Proporz der Einwohnerzahlen zwischen Angelroda mit 378 Einwohnern und Martinroda mit 841 Bürgern realistisch, bis zu vier Gemeinderäte aus dem Ortsteil zu wählen – denn genau um so viele Sitze wird das Kommunalparlament nach der Eingemeindung erhöht. Derzeit gibt es in Martinroda acht Gemeinderäte.

Gegen den Rat des Bürgermeister beschlossen die Angelrodaer Kommunalpolitiker einen veränderten Vertrag, der auf einen Ortschaftsrat und einen Ortsteilbürgermeister verzichtet.

Sollte es eine zweite Stufe der Gebietsreform geben, bei der dann eine mögliche Eingemeindung nach Ilmenau ansteht, müsse man sich mit dem Thema noch einmal neu beschäftigen, sagte Sascha Thäsler .

Der Vertrag soll im nächsten Geratal-Anzeiger ausführlich dokumentiert werden und auch eine Einwohnerversammlung ist in den kommenden Wochen geplant. Werden alle Beschlüsse so gefasst und stimmt der Thüringer Landtag zu, soll die Eingemeindung zum Januar 2020 wirksam werden.

An der Struktur der Verwaltungsgemeinschaft Geratal würde die Liaison zwischen Angelroda und Martinroda nichts ändern. Den Verbund hatte die Gemeinde Geraberg zum Jahresbeginn verlassen, dafür kam die Stadt Plaue mit ihrem neuen Ortsteil Neusiß hinzu.

Quelle: https://arnstadt.thueringer-allgemeine.de/web/arnstadt/startseite/detail/-/specific/Angelroda-will-nach-Martinroda-482224133Arne Martius / 25.02.19

Infostelle für Touristen im Bahnhof von Elgersburg

Projekt Kulturbahnhof erhält nach grundhafter Sanierung und Wohnungsbau eine weitere Nutzung.
Elgersburg grüßt ab Januar seine Gäste mit einem Tourismus-Point, der im Empfangsgebäude des Bahnhofes durch Stefan Wespa eingerichtet worden ist. Er kümmerte sich um Fördermittel und stellt Texte und Bilder über die Ortshistorie aus. Foto: André Heß

11. Dezember 2018 / 02:50 Uhr

Elgersburg grüßt ab Januar seine Gäste mit einem Tourismus-Point, der im Empfangsgebäude des Bahnhofes durch Stefan Wespa eingerichtet worden ist. Er kümmerte sich um Fördermittel und stellt Texte und Bilder über die Ortshistorie aus. Foto: André Heß

Elgersburg. Es ist sein Werk. Der Heimatforscher, Eisenbahnkenner und stellvertretende Bürgermeister von Elgersburg, Stefan Wespa, hat dafür gesorgt, dass in das Empfangsgebäude des Bahnhofs wieder Kultur einzieht. Schließlich heißt das Projekt auch Kulturbahnhof, das sich die Gemeinde mit eigenem und Fördergeld auf die Fahnen geschrieben hat.

In den letzten zwei Jahren wurde das Gebäude, nachdem es die Gemeinde unerwünschten Interessenten vor der Nase weggeschnappt hatte, grundhaft saniert, es entstanden fünf Wohnungen über ein Förderprogramm zur Dorferneuerung, und Anfang nächsten Jahres wird im Empfangsgebäude der Tourismus-Point übergeben.

Er habe den ehemaligen Fahrkartenschalter vor einer Überdeckung durch Gipskartonplatten retten können, sagt Wespa. Die letzte Fahrkarte gab es hier für Reisende 2005. Auch eine alte Bahnhofsuhr hängt wieder im Empfangsgebäude, das aber keine Wartehalle werden soll.

Stattdessen möchte hier die Gemeinde ihre Gäste und Touristen begrüßen, sie an einem Bildschirm mit Elgersburger Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Vereinen bekannt machen. Dazu liegen später auch Flyer der Vereine zum Mitnehmen im Regal aus. Freilich, das bedeutet auch, dass es wohl nie wieder eine Touristinformation auf der Elgersburg geben wird, was sicherlich auch viele Touristen bedauern werden.

Stefan Wespa, der Eisenbahn-Fan und Eisenbahn-Autor, lässt auch die Bahnhofsgeschichte wieder mit seinen Texten und alten Fotos aufleben.

Herzog Ernst II. hatte großes Interesse am Bahnanschluss von Elgersburg, fand er doch hier seine Kur-, Bade- und Jagdmöglichkeiten vor. Nach anfänglichem Streit über die Streckenführung wurde schließlich der Bahnhof auf einem verfüllten Dorfteich errichtet und an die Strecke Arnstadt-Plaue-Ilmenau angebunden, die am 6. August 1879 in Betrieb ging.

Die Historie verdeutlicht Stefan Wespa mit Bildern vom Bahnhof um 1900, als es noch dampfte und im Winter schneite. Auch eine Zeichnung vom Salonwagen des Herzogs, mit dem er einst Elgersburg besucht hat, ist zu sehen.

Viele Stunden habe er in Archiven zugebracht, sagt Stefan Wespa, eine historische Aufnahme bekam er auch vom Ilmenauer Heimatforscher Bernd Frankenberger, zudem kümmerte er sich um Fördermittel für den Tourismus-Point über das europäische Leader-Programm.

Ein Schließsystem, ein Monitor und zwei Überwachungskameras müssen noch eingebaut oder scharf geschaltet werden, dann stünde einer Einweihungsfeier im Januar nichts mehr im Wege.

Für einen Veranstaltungssaal als Anbau hat es bei dem Projekt Kulturbahnhof entgegen ursprünglicher Planungen aus finanziellen Gründen nicht gereicht. Der Dorfsaal soll künftig nach Umbau im Kaisersaal zu finden sein.

Für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes mit Wohnungsbau waren 650.000 Euro, für den Umbau zum Tourismus-Point weitere 85.000 Euro notwendig. Davon trug die Gemeinde jeweils 35 Prozent an Eigenmitteln. Für weitere 350.000 Euro soll der Vorplatz umgebaut werden, darin inbegriffen ist die Verlegung eines Weges und das Einrichten von Parkplätzen sowie drei Caravan-Stellplätzen.

Quelle: https://arnstadt.thueringer-allgemeine.de/web/arnstadt/André Heß / 11.12.18