Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßten am Ostersamstag die Gäste zum Martinrodaer Osterfeuer. Gegen 17.00 Uhr trafen die ersten Besucher am Parasierand ein; angelockt vom Bratwurstduft und einem großen Stapel Holz für das Osterfeuer. Es dauerte nicht lange, und schon tummelten sich die kleineren Gäste rund um die Bastelstraße. Dort standen die Kindergärtnerinnen des Martinrodaer Kindergartens mit flotten Bastelideen für die Osterzeit bereit. Und wer sich als Feuerwehrmann mal ausprobieren wollte, konnte mit der Kübelspritze auf Dosen spritzen. Als dann das Osterfeuer endlich angebrannt wurde, waren alle Tische besetzt und am Bratwurststand wurde die Schlange immer länger. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Martinroda grillten wie die Weltmeister und auch das Bier am Getränkestand ging schnell über den Tisch. Später am Abend hat beim gemütlichen Beisammensein rund um das Feuer auch die Gitarre nicht gefehlt und so klang der Tag am Paradiesrand erfolgreich und rundum gemütlich aus.
Für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des diesjährigen Osterfeuers bedankt sich die Feuerwehr ganz herzlich bei den Kindergärtnerinnen des Martinrodaer Kindergartens sowie der Gemeinde Martinroda.
Die Schüler der Martinrodaer Grundschule besuchten vom 01. März bis 03. März im Rahmen der Brandschutzerziehung klassenweise die Feuerwehr in Martinroda. Uwe Nüchter begeisterte mit vielen Experimenten, Modellen und Videoclips die Schüler im Alter von 6 bis 10 Jahren. Mit viel Eindruck vermittelte er, welche Folgen eine alleingelassene Kerze oder ein falsch angezündetes Streichholz haben kann. Doch damit so etwas nicht passiert, zeigt er gleich, wie das Streichholz richtig angezündet wird. Und natürlich nur, wenn eine erwachsene Person aufpasst, betont Kamerad Nüchter immer und immer wieder. Zum Schluss der Brandschutzerziehung gibt es natürlich eine Führung durch das Feuerwehrhaus. Und wer noch nicht genug hat, kann gerne zum Training der Jugendfeuerwehr wiederkommen.
Die Feuerwehr Martinroda blickt auf ein ruhiges Jahr zurück und kann sich über den Nachwuchs nicht beklagen.
Martinroda - Wenn in der Einsatzstatistik der Freiwilligen Feuerwehr Martinroda, die jetzt in der Jahreshauptversammlung vorgestellt wurde, für das Jahr 2010 von anderthalb Einsätzen die Rede ist, dann ist das kein Rechenfehler, sondern eher ein Kuriosum, dass sich sinnigerweise auch noch am 11. 11. ereignete. Am Abend war ein Baum auf die L3004 nahe der Reichenbachtalbrücke gestürzt. Doch als die Martinrodaer Kameraden fertig gerüstet im Fahrzeug saßen, blies die Leitstelle den Einsatz ab. Der Baum lag nicht mehr im Zuständigkeitsbereich der Martinrodaer Feuerwehr. Ob man das nicht hätte vorher wissen können?
Auch der einzig richtige Einsatz des letzten Jahres war einem Sturm geschuldet. Am 28. Februar hatte der Sturm das neugedeckte Dach der Sporthalle beschädigt, einige Firstteile abgerissen. Später musste man noch einer Bürgerin helfen, deren Dach durch den Sturm ein Loch bekommen hatte.
Auch wenn es also nur wenige Einsätze gab, auf der faulen Haut lagen die Kameraden bestimmt nicht. Zum einen besteht im Geratal mittlerweile eine gemeinsame Tageseinsatzbereitschaft, will heißen, bei Alarm rücken alle in der Nähe arbeitenden Kameraden der Orte gemeinsam aus. Zum anderen wäre manches Fest ohne die Unterstützung der Wehr nicht denkbar. Und schließlich gibt es auch noch all die Stunden, die in Ausbildung, Übungen und die Pflege der Technik investiert werden. Alles in allem kamen so 1150 Stunden zusammen, welche die Kameraden 2010 leisteten. Und auch 2011 war man schon wieder aktiv, als es darum ging, die Einläufe ins Regenrückhaltebecken zu säubern, um Hochwassergefahr vorzubeugen.
Neun Kameraden und eine Kameradin hat die Martinrodaer Einsatzabteilung nur noch. Doch mit elf Kindern und Jugendlichen, darunter drei Mädchen, macht die Jugendfeuerwehr Hoffnung auf die Zukunft. Auch hier schaut man schon längst über den Ort hinaus, sind Kinder aus anderen Gemeinden mit dabei und reicht es trotzdem nicht, eine eigene Mannschaft aufzustellen, tut man sich bei Wettbewerben auch mal mit anderen Wehren zusammen. Beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Arnstadt waren wir die beste Wehr aus dem Geratal", berichtete Jugendwart Karin Fiedler stolz. Und auch der erstmals durchgeführte Tag der offenen Tür im Gerätehaus erwies sich als Erfolg. Drei Kinder fanden danach den Weg in die Jugendwehr.
"Macht weiter so", bat VG-Vorsitzender Frank Geißler anschließend die Kameraden. Wie Bürgermeister Günther Hedwig wollte er "Dank sagen für die geleistete Arbeit. Es gibt nur positive Dinge". Die Gemeinde, so versprach Hedwig, wird die Wehr auch weiterhin unterstützen. 13 000 Euro stehen im Haushalt. "Es fällt auf fruchtbaren Boden", betonte er.
Kreisbrandmeister Joachim Brummundt und Ortsbrandmeister Mathias Schneider lobten vor allem die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren und die gute Jugendarbeit. Es gäbe nur noch zwei Jugendwehren, da sei es wichtig, dass die Kinder aus den anderen Orten mitmachen könnten. Und bei den Einsatzabteilungen sollte jeder mit der Technik der anderen Wehren vertraut sein. Deshalb hatte man innerhalb der VG im letzten Jahr auch die Atemschutzgerätetechnik vereinheitlicht. Die Martinrodaer gingen mit gutem Beispiel voran und veranstalteten gemeinsame Ausbildungen mit Neusiß. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde Dieter Barth nach rund 20 Jahren im aktiven Dienst der Feuerwehr in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet. Felix Schrickel erhielt die Beförderung zum Feuerwehrmann.
Quelle: Freies Wort/19.01.2011-Berit Richter
Verstärkung am liebsten aus den eigenen Reihen
Martinroda – Wenn sich Nachwuchs ankündigt, dann ist das für die meisten Menschen ein Grund zur Freude. Was für werdende Mamis und Papis
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Kontrast: Die Martinrodaer Kameradinnen und Kameraden mit alter Technik vor ihrem schmucken Gerätehaus. Dieses Bild können Sie unter www.freies-wort.de/feuerwehr oder mit dem Coupon auf dieser Seite bestellen. Fotos: b.fritz.de Bild: |
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gilt, trifft aber durchaus auch auf Wehrführer von Freiwilligen Feuerwehren zu. Über gleich vierfachen Zuwachs konnte sich in diesem Jahr Andreas Fliedner, Chef der Martinrodaer Kameraden, freuen. Drei kamen aus der eigenen Jugendwehr, ein Kamerad zog von Plaue nach Martinroda. Damit erhöhte sich die Einsatzabteilung von sieben auf elf Mitglieder. Zwei Kameradinnen und neun Männer versehen nun ihren Dienst.
Tagesbereitschaft eingeführt
Wie so viele Wehren im ländlichen Raum plagt die Martinrodaer dabei vor allem ein Problem. „Nur drei Kameraden arbeiten im Ort“, erläutert Fliedner. Die meisten Kameraden sind also tagsüber nicht erreichbar. Deshalb hat die Verwaltungsgemeinschaft Geratal, zu der außerdem Geratal, Elgersburg, Neusiß und Angelroda gehören, eine gemeinsame Tagesbereitschaft eingeführt. Brennt es irgendwo in den Orten oder wird technische Hilfe benötigt, alarmiert man alle gemeinsam.
Manchmal sind aber trotz allem Einsatzes selbst die Feuerwehren machtlos. Wie beim Hochwasser am 21. Juli letzten Jahres. „Wir konnten nur noch hinterher die Keller auspumpen“, so Fliedner. Zu schnell kam das Wasser angeschossen, ließ unter anderem auch die Kegelbahn absaufen. 102 Stunden waren die Feuerwehrleute damals im Einsatz.
Sogar noch mehr als bei Sturm Kyrill. Der hatte „nur“ 56 Einsatzstunden beschert. Als im gesamten Ort der Strom ausfiel, blieb den Kameraden nicht mehr viel übrig als zu warten und regelmäßig die Straßen nach umgestürzten Bäumen ab zu fahren. „In den Wald zu sehen, wäre Wahnsinn gewesen“, erinnert sich Fliedner.
Eher ruhig nimmt sich das aktuelle Jahr aus. Nur dreimal musste man ausrücken. Am spektakulärsten war der Bahndammbrand am 6. Juni, da die Einsatzstelle nicht ganz einfach zu erreichen war. Doch trotzdem gelang es, das Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen. „Durchschnittlich haben wir fünf bis sechs Einsätze im Jahr“, so Andreas Fliedner.
Darauf vorbereiten tun sich die Kameraden jeden Sonntag. Mittlerweile finden sie im neuen Gerätehaus optimale Bedingungen. Das wurde 2005 eingeweiht und ist mit seiner kühnen Architektur ein wahrer Blickfang. In den Innenausbau und die Umfeldgestaltung haben die Kameraden selbst unzählige Stunden Arbeiteinsatz investiert.
Werbetrommel gerührt
Auch der Nachwuchs hat hier gute Bedingungen. Fünf Kinder gehören momentan der Jugendwehr an, werden von Elke Hoffmann betreut. Damit es mehr werden, rührte man im letzten Jahr in der Grundschule die
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Hartmuth Brehm (l.) im Gespräch mit Dominik Barth, der die Martinrodaer Wehr bald als Maschinist verstärkt. Der 21-Jährige stammt aus der eigenen Jugendfeuerwehr. Bild: |
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Werbetrommel. „Wir wollen versuchen, dass auch in diesem Jahr wieder zu machen“, hofft Andreas Fliedner auf weiteren Zuwachs. Das erfreulicherweise sehr rege Martinrodaer Vereinsleben kann da durchaus zum Problem werden, gibt es doch reichlich Konkurrenz um die Freizeit der Steppkes.
Dabei wäre weitere Verstärkung für die Einsatzabteilung auch aus einem anderen Grund wichtig. Viele der hochqualifizierten Kameraden üben Mehrfachfunktionen aus. So auch die Atemschutzgeräteträger. Davon gibt es eh nur drei, eigentlich einer zu wenig. Denn nur zu zweit dürfen sie sich in ein brennendes Haus wagen. Zwei andere Kameraden müssen als Ablösung und möglicher Rettungstrupp bereit stehen. Da unter den Atemschutzgeräteträgern aber der Wehrführer und der Maschinist sind, wären sie mit anderen Aufgaben gebunden.
Beamer statt Polylux
„Ich hätte nichts dagegen, wenn morgen ein Kamerad oder eine Kameradin hier stehen, gut ausgebildet, Atemschutzgeräteträger und sagt: Ich will bei euch mitmachen“, wagt Andreas Fliedner ein bisschen zu träumen von etwas, dass für eine Feuerwehr wohl einem Sechser im Lotto entspricht.
Wenigstens in Sachen Fahrzeugführung braucht der Wehrführer sich künftig etwas weniger Sorgen zu machen. Dominik Barth absolviert in diesen Wochen seine Ausbildung zum Maschinisten. Der 21-Jährige entstammt den Reihen der eigenen Jugendwehr. „Damit hätten wir dann drei Maschinisten, einer sollte immer da sein“, hofft Fliedner.
Ansonsten sieht er seine Wehr vor allem vor einem Generationenproblem. „Uns fehlen die Leute zwischen 25 und 45 Jahren.“, erläutert er. Drei Kameraden gehören schon der Generation 50 plus an, die meisten anderen sind noch recht jung und stehen entsprechend erst am Beginn ihrer Ausbildung.
Mit der Ausbildung der Kameraden hängt auch ein Wunsch des Wehrführers zusammen. „Ein Beamer wäre schön.“ Noch muss die Theorie mit dem alten DDR-Polylux absolviert werden. Alles erst auf Folie zu übertragen, das stört doch. Auch Piepser zur Alarmierung wären nicht schlecht. Wenn in Martinroda die Sirene geht, dann zieht es doch die Neugierigen an. „Da brauchen wir manchmal eine ganze Truppe, um die Leute fern zu halten“, so Fliedner.
Sein allergrößter Wunsch aber ist und bleibt aber unbestritten weiterer Nachwuchs. Dieser darf natürlich auch gern schon ausgewachsen sein.
Quelle:Freies Wort